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Schmetterer Maximilian Aquarellist


Ernsdorfer Straße 87
83209 Prien am Chiemsee
Telefon (0 80 51) 16 43

www.maximilian-schmetterer.de


Vita

Maximilian Schmetterer wurde 1941 in Prien geboren und bis 2006 war er selbständiger Augenoptiker. Ein Beruf der viel Akribie erfordert, der schon in der Sache keinen Spielraum erlaubt. Und er ließ auch lange keinen Spielraum für die Sehnsucht nach individuellem künstlerischem Ausdruck.
Erst 1972, nach dem Abschluss als staatlich geprüfter Augenoptiker, tat Schmetterer bei wöchentlichen Malstunden erste Schritte im Vertrautwerden mit der ersehnten Malerei, unter der behutsamen Führung von Jörg Schreyegg.
Von 1982 bis 1995 setzte sich Schmetterer dann dreizehn Jahre lang als Schüler von Rolf Märkl in Rosenheim mit bildnerischem Gestalten auseinander. Alle malerischen Techniken hat er erlernt und erprobt – im Winter waren Aktzeichnen und im Sommer Arbeiten vor der Landschaft die Schwerpunkte. Aber entscheidend waren in dieser Zeit das Sehenlernen, die Schärfung des Blicks für das Wesentliche, die Schulung der Wahrnehmung.


Ausstellungen

1991 Aquarellausstellung Galerie KLAR, Rosenheim
1996 Rolf Märkl und Schüler – Galerie im Alten Rathaus, Prien
1997 Pittori del Chiemsee – Valdagno
ab 1997 Künstler im Chiemgau (Ausstellungsbeteiligung) – Galerie im Alten Rathaus, Prien
2001 Ausstellung im Haus des Gastes – Gstadt
2005 Ausstellung Galerie Villa Maria – Bad Aibling
2007 Aquarelle Maximilian Schmetterer – Kleine Werkraumgalerie, Rosenheim
2009 Galerie Gailer – Fraueninsel
2011 Galerie Villa Maria – Bad Aibling
2012 Art – Salzburg
2012 Städtische Galerie Rosenheim

Öffentlicher Ankauf: Stadt Rosenheim – Rosenheim Dachlandschaft


Kunst

  • 1561
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  • 1562
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  • 1564
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  • 1565
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  • 1567
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  • 1569
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  • 1570
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  • 1572
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  • 1573
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  • 1574
    1574
  • Altes Boot 2010
    Altes Boot, 2010
  • Fraueninsel Fischerboote 2009
    Fraueninsel Fischerboote, 2009
  • Husum Aussenhafen 2009
    Husum Aussenhafen, 2009
  • Marakech 2008
    Marakech, 2008
  • Salzburg 2010
    Salzburg, 2010


Aquarelle Maximilian Schmetterer in der Kleinen Werkraumgalerie in Rosenheim
Einführung von Renate M. Mayer in die Ausstellung 2007

Die Bilderwelt Maximilian Schmetterers strahlt vor allem eine tiefe Ruhe aus und weist dem Betrachter genau den Platz des stillen Beobachters zu, den zuvor der Maler eingenommen hat.
Seinen Schritt von der aufmerksamen Wahrnehmung zur Einordnung des Gesehenen und schließlich zur persönlichen Gestaltung dieser Elemente im Bild erlebte Schmetterer bei der Begegnung mit Professor Heribert Mader in Wien und Bruneck. Bei ihm war er zunächst zum Studium der Bildkomposition angetreten. Aber unter seiner Leitung und mit dem Rüstzeug der vorangegangenen Jahre begann er ab 1995 die intensive Auseinandersetzung mit der Aquarellmalerei, und schließlich fiel die Entscheidung für diese Technik. Mader wurde Maximilian Schmetterers innerer Meister und er blieb sein großes Vorbild. Und Mader ist derjenige, dessen Einfluss noch heute in Schmetterers Aquarellen deutlich zu spüren ist. Dennoch führte dieser Lehrer ihn auf einen ganz eigenen Weg. Wir dürfen gespannt sein, wohin dieser Weg den unermüdlich Suchenden noch führen wird.
Bei Magister Edda Mally in Wien und ihren stark farbigen Akten suchte und fand Maximilian Schmetterer auch die Anregung zu eigener stärkerer Farbigkeit. Ihm schien es, er müsse eine von ihm selbst empfundene Blässe überwinden. Aber der Versuch hat ihn gelehrt, dass kräftige Farben nicht seine Welt sind. Dennoch ist er an dem, was er selbst als misslungen empfand, immer weiter gewachsen. Und bis heute – so sagt er selbst – ist die Unzufriedenheit der Motor seiner Arbeit.
Denn noch immer ist Maximilian Schmetterer nicht da, wo er hin will, sind ihm seine Bilder nicht einfach genug. Nicht Abstraktion ist sein Ziel, sondern noch größere Klarheit im Zusammenspiel von Farben, Flächen und Linien. Diese Unzufriedenheit zwingt ihn, sich immer wieder mit einem Sujet auseinanderzusetzen, so wie Jakob mit dem Engel ringt: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!“ Und diesen Segen wird der Maler erst empfangen, wenn er sich im äußeren Werk ganz nahe an das innere Bild, die Vision, herangetastet und es formal erfüllt hat. Erst am Ende dieser immer neuen Gratwanderung zwischen Disziplin und Spontaneität wird er sein Werk auch für sich „absegnen“ können.
Vermeintliche „Deckungsgleichheit“ von Ideal und Realität macht ihn allerdings nervös. Zu schön darf ein Bild nicht werden. Das findet er langweilig. Dann begibt er sich an die „antiästhetische Zerstörung“ der Linien und Flächen durch Wassertropfen und überraschende Kontrasttöne.
Dass er sich auf dem richtigen Weg befinde, bestätigte ihm dann auch ein Kurs bei Professor Rudolf Hradil. Hradil brachte ihm auf ihn nahezu erschreckende Weise die Unwesentlichkeit der Sujettreue nahe. Diese Freiheit, ein Bild, und nicht ein Abbild zu gestalten, ist klar in Schmetterers Aquarellen abzulesen – bis hin zur Lichtstimmung. „Das Wetter mach ich selber“, sagt er gerne.
Nach weiteren Aquarellstudien vor der Natur bei Magister Konrad Planegger in Graz und Professor Guntram Funk in Stuttgart begab sich Maximilian Schmetterer vor zehn Jahren endlich auf Malreisen in die nahe und die weite Welt. Er brachte Bilder mit aus Umbrien, aus Thun, Triest, Stuttgart und Graz, er malte auf Santorin und Paros, im Ruhrgebiet, in Venedig und in Marokko. Aber auch die Fraueninsel vor der Haustür ist immer wieder einen Malausflug wert. Und: wer macht sich schon die Mühe, Rosenheims Industriegebiete einmal ohne Abscheu genau ins Auge zu fassen, wer hetzt nicht nur – ohne nach rechts und links zu schauen – über den Kleppersteg zum Zug, wer sucht den Blick über Rosenheims verwinkelte Dachlandschaft?
Und auch in anderen scheinbar vertrauten Städten wie Hamburg, Frankfurt oder München sind es Ausflüge ins unbekannte Gewohnte, das wir ob seiner Zweckmäßigkeit im wahrsten Sinne des Wortes oft gar nicht „in Betracht“ ziehen. Ohne zu romantisieren, entdeckt Schmetterer uns, den nachlässigen Betrachtern der Wirklichkeit, dass auch hier alle Elemente klassisch schön gestalteter Kunstwerke zu finden sind: das aufeinander Einwirken von Flächen und Linien, von Farben und Formen.
Mit seinem Pinsel vertuscht er – im wörtlichen und im übertragenen Sinne – einen als unüberwindbar geltenden Gegensatz: im vermeintlich Hässlichen weckt er die Schönheit, seine liebevolle Hinwendung an die Realität offenbart das Sein hinter dem Schein. Auch das unspektakuläre Sujet macht sichtbar, wie viel Menschenkraft und -geist, wie viel Energie, Fleiß und Erfindungsgabe hinter dem „Material“ fließen, dem er durch seine Gestaltung eine ganz neue Anmutung verleiht. Seine Kompositionen geraten dem Theaterliebhaber zu Inszenierungen, in deren unromantischen Idyllen Nebensächlichkeiten eine Hauptrolle zu spielen haben.
Doch wenn auch Takelagen, Elektromasten oder Oberleitungen und sogar die Silhouetten eigentlich gewaltiger Kräne filigrane Akzente setzen, bestimmend erlebt man die wiederkehrenden hoch aufragenden Flächen. Ihre Fluchtpunkte sind nicht immer sofort zu erkennen, aber sie üben einen Sog aus, hinein in diese Farbschluchten, aber auch durch sie hindurch, hinaus ins Unbekannte hinter dem Bild. Mögen diese Schluchten durch steinerne Mauern oder vorbei an rostigen Schiffsrümpfen und eisernen Waggonwänden führen, erstaunlicherweise beengen und bedrängen sie nicht.
Und das scheint an ihrer Konsistenz zu liegen. Max Schmetterers Wände lassen an die physikalische Theorie denken, dass sowohl Licht als auch alle Materie aus Wellen besteht, und dass die Entstehung und Dichte jeglicher Materie von der Länge ihrer Wellenfrequenz abhängt. Vor schweren Mauern oder Häuserfassaden, sogar in den massiv ins Bild ragenden Schiffswänden scheint diese Theorie greifbar zu werden, meint man die flimmernde Bewegung der Materie aus ihrem Inneren heraus wahrzunehmen. Und das ist das ganz Besondere an diesen Aquarellen, dass der Umgang mit den Farben und mit dem Farbauftrag die Durchdringung von Licht und Materie, die Dynamik der Ruhe sichtbar werden lassen. Das ist es, was diese stillen Bilder so aufregend macht.
Auch wenn Maximilian Schmetterer seine Palette im Wesentlichen auf delikate Abtönungen von komplementären Effekten zwischen Blau und Orange begrenzt – mal erfährt das Blau mehr Rot, mal spielt das Orange mehr ins Bräunliche oder verliert sein Rot ans Blau und spielt dann in zartes Grün – immer sind die Farben voller Wärme, aber ohne Süße. Aus dem Gegenüber von Spannung und Harmonie beziehen sie ihre Energie. In Spiegelungen und Schatten spielt der Maler mit dem Eindruck des Lichts, mit seiner Präzision nimmt er die Impression in die Pflicht.