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Konrad
Huber *1920 Maler Osternacher Strasse 24
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1920 geboren in Prien a. Ch. Kunst am Bau: Einzelausstellungen: Ausstellungsbeteiligungen: Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland
Einführung "Der Bürger braucht den Künstler, aber er versteht ihn nicht", hat Georges Braque, der große französische Maler, einmal voller Sarkasmus gesagt. Es sei dahingestellt, wie ernst er diese Bemerkung gemeint hat und wie ernst sie in Wirklichkeit zu nehmen ist, wie zutreffend sie sein mag: Tatsache ist jedoch, daß manchmal wohl auch der Künstler den Bürger nicht mehr versteht, nicht mehr verstehen kann. Konrad Huber, der gebürtige Priener, der zeit seines Lebens bemüht war, dieser, seiner Heimatgemeinde eine spezielle, unverwechselbare Note zu geben, ihr seinen gewiß eigenwilligen, künstlerischen Stempel aufzudrücken, fühlte sich in den letzten Jahren auch gelegentlich unverstanden. Da war er noch vor kurzer Zeit um seinen fachlichen Rat gefragt worden, als es gegolten hatte, ein neues Gebäude kunstvoll zu schmücken oder auch nur an einem anderen das Schlimmste zu verhindern, und wenige Wochen später mußte er erfahren, daß Bauarbeiter die von ihm in mühevoller Kleinarbeit gestalteten Wände wieder abklopften, weil sich die Fassadenmalereien eines Konrad Huber nicht mit dem Zeitgeist oder den Ansichten irgendeines obersten Bedenkenträgers im gelegentlich allmächtig wirkenden Denkmalschutzamt vertrugen. Wen wundert es, daß Konrad Huber als nicht nur im Chiemgau anerkannter Meister der angewandten Kunst die Welt nicht mehr verstehen konnte, daß er sich immer mehr in sein Atelier zurückzog und sogar in einer besonders depressiven Stunde erwog, die ihm vor Jahren nicht zuletzt für besondere Verdienste um die Gestaltung des Ortsbilds von Prien verliehene Bürgermedaille der Gemeinde zurückzugeben. Was soll auch solch eine Ehrenbezeigung, wenn nur wenig später Hauptwerke des Geehrten ohne erkennbaren Widerstand der endgültigen Vernichtung preisgegeben werden? Besonnene Freunde verhinderten damals den Eklat, überredeten um der Kunst und sicher auch des lieben Friedens in der Gemeinde willen Konrad Huber, seiner Frustration nicht in dieser Weise Ausdruck zu verleihen. Um Konrad Hubers Einstellung zur Kunst an sich und zu ihrer angewandten Form im speziellen verstehen zu können, muß man ohnehin tiefer gehen. Der heute 69-jährige wurde in seinen jungen Jahren vor allem von zwei Faktoren entscheidend geprägt. Da hinterließ zum einen die Zeit im Krieg, in dem er als Angehöriger des Afrika-Corps mehrmals über der Sahara abgeschossen wurde, einen nachhaltigen Eindruck in dem jungen Menschen, der eigentlich seine Ziele ganz woanders gesehen, sich der Kunst und nicht dem Töten verschrieben hatte. Die Wüste indes hatte ihn mit ihrer schier grenzenlosen Einsamkeit in ihren Bann gezogen. Auf ausgedehnten Reisen kehrte Konrad Huber zurück in diese unwirkliche Landschaft, die gerade den schöpferisch tätigen Menschen so stark beeinflussen und anregen kann. In Hubers Collagen, seinen Holz- und Linolschnitten von biblischen Themen werden heute noch die Erinnerungen an jene Zeit sichtbar. Nicht minder bedeutungsreich war für Konrad Huber die Begegnung mit dem Münchner Akademieprofessor Hillerbrand. Sie wurde zum zweiten zukunftsbestimmenden Moment im jungen Leben Hubers, dem Krieg und Gefangenschaft sechs Jahre davon gekostet hatten. Professor Hillerbrand wurde an der Akademie der Bildenden Künste u. a. sein besonderer Lehrmeister, jener Hillerbrand, der mit der künstlerischen Prägung von Bad Tölz ein international beachtetes Lehrstück farbiger Ortsgestaltung geschaffen hat. Und diese Ideen wollte Konrad Huber weiterentwickeln. Seine Intention war es, in seiner Heimat Ähnliches zu schaffen, ein Gesamtkunstwerk, das die Zeiten überdauern könnte. Nie spielte er deshalb wie viele andere seiner Studienfreunde mit dem Gedanken, "in die Stadt zu gehen". Obwohl dort die Arbeitsmöglichkeiten für einen Künstler wie ihn mit Sicherheit wesentlich besser gewesen wären, blieb er auf dem Land, blieb Huber in seiner Heimatgemeinde Prien, die er zumindest mitgestalten wollte. Viele seiner Fresken und Graffiti gaben Bürgerhäusern, Banken- und Geschäftsfassaden eine eigenen nicht nur von den Besitzern geschätzte Note. Wie ernst Konrad Huber seinen sich selbst gestellten Auftrag nahm, mag am Beispiel des alten Hilz-Hauses am Marktplatz dargestellt sein, an dem er unter spontanem Verzicht auf einen längst geplanten Südtirol-Urlaub die Fassade vor allzu forschen "Weißmachern.. rettete. Das "Echte" zu bewahren, hat sich Konrad Huber aufs Panier geschrieben, was für ihn aber nicht bedeutet, daß er auf der Nostalgiewelle dieser Zeit mitschwimmen müßte. Die Kultur eines Landstrichs mißt sich für ihn nicht am Festhalten überkommener Vorstellungen, sondern an deren beständiger Fortschreibung. So hat sich Konrad Huber als Künstler wie als Zeitgenosse immer kompromißlos gezeigt. Das Sprichwort vom Pfennig, der dort, wo er geschlagen wird, nichts gilt, drängte sich Huber gerade in den letzten Jahren immer wieder auf . und es bedrückt ihn irgendwie doch, daß er es nicht geschafft hat, seine Heimatgemeinde in noch deutlicherem Maß künstlerisch zu prägen. Gerade, weil Konrad Huber in der letzten Zeit mehr für sich selbst gemalt hat, ist es erfreulich, daß in dieser Ausstellung auch einmal ein Teil jener Bilder zu sehen ist, die noch selten jemand zu Gesicht bekommen hat. Die Konrad Hubers unverkennbaren Stil tragenden Hinterglasarbeiten dürfen natürlich nicht fehlen, gehören sie doch zu Hauptwerk des Künstlers. Um das Bild des Malers Konrad Huber zu runden, sind darüber hinaus auch Collagen und Ölbilder zu sehen. Daß es nicht nur in Griechenland oder der Toskana reiche Farbkontraste und Strukturen voller Tiefe gibt, daß die Natur auch hierzulande einem suchenden Künstlerauge noch viel zu bieten hat, zeigen Hubers Aquarelle aus der jüngsten Zeit, von denen er meint, sie machten deutlich, daß die "Wanderjahre" des Konrad Huber vorbei seien. Die Ausstellung vermittelt daneben einen Überblick über die dekorative Malerei Konrad Hubers. Fotografien von dieser angewandten "Kunst am Bau" werden allerdings nie den intensiven Eindruck wiedergeben können, den im Betrachter Hubers charakteristische Wandmalereien hervorrufen. Wer Konrad Huber und seine Kunst noch besser kennenlernen will, muß offenen Auges aus dieser Ausstellung hinausgehen. In seinen Werken ''draußen vor der Tür" wird er den wahren Konrad Huber finden. Manfred Stöger |
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